Die Galerie im Weinladen

Weinselig - der Weinladen im Hecht

Vernissage am 05. Mai 2017 um 19:30 Uhr

 

Einführende Worte: Jens Göbler

Laudatio: Cornelia Köckritz

Musikalische Umrahmung: Thomas Petz & Kollege (sax, git)

 

Der Künstler wird anwesend sein.

 

FRANZÖSISCHE WEINE DIREKT VON DEN WINZERN

DIE GALERIE IM WEINLADEN

 

Michael Kral - Pastell

 

5. Mai bis 16. September 2017 im Weinselig. der Weinladen im Hecht

 

Vernissage am 05. Mai 2017 um 19:30 Uhr

 

Einführende Worte: Jens Göbler

Laudatio: Cornelia Köckritz

 

Musikalische Umrahmung: Johannes „Josel“ Ratsch, Gitarre (Mestizo, Flamenco, Taconeo)

 

Der Künstler wird anwesend sein.

 

 

 

Michael Kral liebt die Weite der Landschaft. Feinstrichig beschreibt er sie in eindrücklichen Ölpastellzeichnungen. Für ihn ist der Augenblick vor der Natur wichtig, deren Konzentrat er aus bewegten, oft unruhigen, mit weiß aufgehellten Bildflächen herstellt, die kubisch aufgebaut sind, dennoch lyrisch anmuten und auch impressionistische Stimmungen erzeugen. Seine Bilder weisen den Maler als Kenner von Form und Farbe aus, der auch die Stadt liebt und ihr ihren eigenen Charme abgewinnt. Seine Arbeiten beeindrucken durch die Leichtigkeit der Wahrnehmung und die räumliche Ausdehnung in die Bildtiefe. Kral´s Werke sind manchmal auch von innen heraus gesteuert, wobei der Strich oft gegen die Form arbeitet. Er wählt Ausschnitte mit großer kompositorischer Kraft. Sie spiegeln sowohl sein Wesen als Städter als auch seine große Naturverbundenheit. Kral´s Blick ist in die Ferne gerichtet und kehrt von dort zurück ins Innere. Er lässt seine Phantasie spielen. Seine Bildwerke lassen manchmal etwas offen, lassen Spielraum, lassen etwas frei. Kunst ermöglicht Versenkung und sollte eine stille Verbundenheit zwischen den Werken und ihrem Betrachter erzeugen. Und wenn sich der Betrachter als geduldig genug erweist, spinnen die Bilder ihn sanft in ihre Aura mit ein. Vor allem aber lässt es aufatmen, weil es dem Betrachter unaufgeregt alle Zeit der Welt erlaubt, sein inneres Auge auf die Reise zu schicken. Die Landschaftsinterieurs halten Ausschau nach denjenigen, die sich ebenbürtig in ihnen bewegen können.

 

Sonnabend, 19.11. 2016 19:00 Vernissage Stefan Dehmel Fotografie

 

Galerie von November 16 bis März 17

Ingo R. Bilder & Skulpturen

 

August bis November 2016

Conny Köckritz Ölzeug April bis Juli 2016

Wenn ein Mensch soweit ist, dass seine Gestaltungskraft faszinierende und überzeugende Dinge entstehen lässt, die er vorher nicht durchgeplant hat, ist er an einem Punkt angekommen, an dem sein Körper in Bereichen jenseits der primitiven Ursprünge agiert, die wir ihm meist zuordnen.

Ganzheitliches droht! Und Anmut!

Es gibt Gattungen, in denen das offensichtlich ist, wie die des Ballettes und Gattungen, bei denen beides nur teilweise zu Tage tritt. So wie das kundige Bedienen eines Schlagzeuges mangels visueller Anmut eher ein reines Hörerlebnis ist.

Wenn im Verborgenen Bilder entstehen, die sich von fast allem Akademischen entfernt haben und sich trotzdem nicht im Unendlichen, Nichtfassbaren des Abstrakten verlieren, sondern instinktive Körperlichkeit beim Malprozess zur Betrachtung freigeben, ist das für mich Ausdruck der zu Anfang ausgesprochenen Reife. Ich glaube, um so instinktiv handeln/ malen zu können, muss man zuvor die Bibliothek seiner Gefühle einigermaßen aufgeräumt haben.

Dies ist wohl auch Voraussetzung, um Raum für Phantasie auf dem Malgrund zu lassen. Die folgt bei Conny Köckritz keiner regulären Bildaufteilung mit Rätselstellung wie’s die hochgehandelte Leipziger Schule gern kolportiert, nein, sie entsteht durch die Rätselhaftigkeit der dargestellten Objekte, die wiederum einer Kompilation von kräftigem Auftrag und Weglassenkönnen entspringt.

Zu Guter Letzt reiht sich in die Aufzählung der Tugenden noch die der Geduld ein. Denn sie muss Teil jener Wesen sein, die heutzutage noch in Öl malen, anstatt sich dem sich schnell ergebenden Acryl zu überlassen. Und wir werden neben den bereits beschriebenen Vergnügungen in dieser Ausstellung mit Farbtiefe und mit Farben belohnt, wie sie meiner Meinung nach eben nur die Ölmalerei hergibt.

 

Dezember 2015 bis März 2016: Beathe Bollinger Mandalas

Mandalas dienen im Hinduismus und im Buddhismus als visuelles Hilfsmittel, um durch die Darstellung von Göttern, Landschaften oder Zeichen komplexe religiöse Zusammenhänge verinnerlichen zu können. Nach Ansicht des Psychoanalytikers Carl Gustav Jung auch als Darstellung von Archetypen, also kollektiv unbewusster Grundstrukturen menschlicher Vorstellungs- und Handlungsmuster.

 

Jungs Werk ist komplex, weswegen er auch von sich selbst sagt, dass nur ein Dichter ihn verstehen könne. Wie es zum Beispiel Hermann Hesse tat, der wiederum Krishna verehrte, den blauen Gott, der mit seinen Geliebten durch die Gärten von Vrindavan auf einem Mandala tanzt, bis sie die Zahl 3 erreichen und zu sich selbst finden.

Jung erkannt in einigen Aquarellen Hesses Mandalas, Hesse entgegnete: "Ich male nicht der Bilder wegen, sondern weil dies nun die Form meiner Liebe zur Welt ist."

 

Beathe Bollinger sagt von sich, dass sie sich beim Malen sammelt, während sie im Alltag dazu neigt, loszulassen. Das klingt nun eher seitenverkehrt zu Hesses Sicht. Allerdings kannte der unsere Welt nicht. Und die bietet mannigfaltigen Grund, loszulassen. Und sollte eben deshalb reflektiert werden, auch in der Abkehr. So wie Mandalas das tun.

In Beathe Bollingers Fall geschieht das in einem dichten, pastosen und bunten Acrylauftrag. Sie teilt ihre Mandalas in Strukturencluster und spiegelt diese. Das Ergebnis ist ein Prisma von Rohrschachtests, das Betrachter zu Einsicht und Eigensicht führen kann.

 

Wir freuen uns, dass dieser Laden sich auf Beathes langem Weg mit vielen Ausstellungen wiederfindet und wir erbitten nachsichtige Aufnahme in ihrer späteren malerischen Reflexion.

 

Jens Göbler